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Ballwechsel mit Herz Menschen mit Behinderung werden häufig als Kinder aus unserer Gesellschaft ausgegrenzt und in Sondereinrichtungen für Behinderte abgeschoben. Die Folgen für die Betroffenen sind häufig Entmündigung, Fremdbestimmung und Abhängigkeit von anderen Personen. Aufgrund dessen existieren seit den 1970er Jahren neue Ansätze zur Integration von Menschen mit Behinderung. Diese Ansätze beinhalten die Forderung nach mehr persönlicher Freiheit für Menschen mit Behinderung.
Um diese Forderung umsetzen zu können, bietet sich vor allem der Sport an. Durch die Integration behinderter Menschen im und durch Sport sollen Grenzen überwunden werden und das Selbstvertrauen und die persönliche Entwicklung gestärkt werden. Durch gemeinsames Training von behinderten und nicht-behinderten Menschen fördert der Sport zudem die soziale Integration und vermittelt Werte wie Respekt und Toleranz im Umgang miteinander.
Diese Ziele wollen auch die Lotterie-Treuhandgesellschaft mbH Hessen (LOTTO Hessen) Wiesbaden und das Tischtennis-Bundesliga-Team der TG 1837 Hanau mit dem gemeinsamen Integrationsprojekt „Ballwechsel mit Herz“ umsetzen. Thomas Keinath, Bundesligaprofi der TG Hanau und selbst zu 50 % schwerhörig, unterstützt das Projekt und steht als Pate für Aktionen im Projekt zur Verfügung. Das Engagement LOTTO Hessens für „Ballwechsel mit Herz“ setzt die Vielzahl der inzwischen gemeinsam mit unterstützten Vereinen entwickelten Integrationsprojekte fort. „Der Sport hat eine hohe integrative Kraft, diese nutzen wir für soziale Zwecke.“, so der Geschäftsführer von LOTTO Hessen, Dr. Heinz-Georg Sundermann.
Hanaus Teammanager Jo Herrmann ergänzt: „Uns ist es ein besonderes Anliegen hier neue Akzente zu setzen und unser Projekt „Aufschlag Hanau“ gemeinsam mit starken Partnern auf eine breites Fundament zu stellen.“
Eine erste Maßnahme dieses Projekts war das Fotoshooting für das Projektplakat, bei dem Thomas Keinath mit weiteren Jugendlichen mit Behinderung als Motiv abgelichtet wurden. Eine weitere Maßnahme ist die Vorstellung des Projekts am 24. September 2010 um 19 Uhr in der Main-Kinzig-Halle in Hanau. Im Rahmen des zweiten Heimspiels der Tischtennis-Bundesliga-Mannschaft ist neben Interviews und der Plakatpräsentation auch ein Showmatch behinderter Athleten geplant.
Zudem sind Turniere geplant, bei denen behinderte und nichtbehinderte Sportler zusammen spielen und eine stärkere Integration behinderter Sportler und das Miteinander unterschiedlichster Menschen gefördert werden soll.
Um möglichst viele Kinder und Jugendlich mit Behinderung für den Sport zu begeistern, bietet die TG Hanau ein qualifiziertes Training ab Ende September an, bei dem die Projektteilnehmer unter Leitung eines qualifizierten Behindertensport-Trainers technische und taktische Aspekte des Tischtennis sowie das Miteinander mit anderen Menschen lernen.
Die Maßnahme „Ballwechsel mit Herz“ ermöglicht allen Projektteilnehmern den kostenfreien Besuch aller Tischtennis-Bundesliga-Spiele der TG Hanau. Dazu wird den Teilnehmern sowie allen Menschen mit Behinderung die Möglichkeit eingeräumt, die Spiele auf extra ausgewiesenen Sitzplätzen in der Main-Kinzig-Halle verfolgen zu können.
Der Präsident des HBRS Herr Gerhard Knapp führt hierzu aus: „Der HBRS unterstützt mit großer Freude die Aktion „Ballwechsel mit Herz“, die ein sportliches und gesellschaftliches Miteinader von behinderten und nicht behinderten Mitbürgern zum Inhalt hat. Dieses Angebot fördert unsere Bemühungen, die Integration behinderter Menschen in die Gesellschaft durch den Sport zu fördern. Sport für Menschen mit einer Behinderung hat neben dem persönlichen Leistungsstreben auch das Anliegen, Hilfe zur Selbsthilfe zu sein; d.h. durch den Sport das Selbstbewusstsein zu stärken, Anerkennung für das eigene Können zu erlangen und damit die berechtigte Forderung um Teilhabe am gesellschaftlichen Leben verstärkt einzufordern.
Wir danken deshalb der TG Hanau und Lotto Hessen, dass sie durch die Aktion „Ballwechsel mit Herz“, diese gemeinsamen Ziele in besonderer Weise unterstützen und dabei einen öffentlichen Rahmen schafft, der für den Behindertensport nur selten geboten wird. Wir wünschen Ihnen und uns einen guten Start, viel öffentliches Interesse und verbinden dies mit der Hoffnung, dass dieses großartige Pilotprojekt viel Nachahmer in Hessen finden wird.“ (tgh) |