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Unser nächstes Heimspiel

Das nächste Heimspiel in der Tischtennis-Bundesliga findet statt am:

Sonntag,
19.02.2012, 15:00 Uhr
Main-Kinzig-Halle Hanau



TG 1837 Hanau -




TTC matec Frickenhausen

Kein Auftakt nach Maß
30. August 2010   
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TG 1837 Hanau - TTF LIEBHERR Ochsenhausen 0:3
Wer erwartungsfroh am Sonntagnachmittag zur Main-Kinzig-Halle gepilgert war, um nach dem furiosen Schlussspurt der Vorsaison die Hampl-Truppe weiter auf dem Vormarsch zu sehen, musste zum Saisonauftakt 2010/11 mit einigen Enttäuschungen klarkommen. Zunächst einmal die Zuschauerzahl: Nur 470 Menschen, halb so viele wie im Saisonschnitt 2009/10, waren erschienen, um die Partie gegen den deutschen Vizemeister zu sehen.



Wer den in der Brüder-Grimm-Stadt beliebten vormaligen TGH-Spieler Ruwen Filus, der nunmehr das Ochsenhausener Dress trägt, am Tisch sehen wollte, musste zur Kenntnis nehmen, dass TTF-Trainer Johansson für den blonden Abwehrspieler an alter Wirkungsstätte nur die Ersatzbank vorgesehen hatte. Zudem wurde es nichts mit dem Bundesligadebüt Thomas Keinaths bei der TGH – der „Hanauer Bub“ musste ebenfalls mit dem Platz auf der Bank Vorlieb nehmen. Dazu Helmut Hampl: „Thomas hat mich zuletzt im Training nicht überzeugt und wirkte unkonzentriert. Deshalb habe ich mich für die Spieler entschieden, die sehr gut trainiert hatten.“ Erst recht enttäuschte natürlich das drastische Endergebnis - das dritte 0:3 im dritten Bundesligaspiel gegen diesen Gegner -, das den Spielverlauf nicht ganz widerspiegelte, wenngleich am verdienten Sieg der Oberschwaben nicht zu rütteln ist.

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Packend war das Auftakteinzel. Steffen Mengel, Hanaus Shootingstar der letzten Rückrunde, unterlag dem Japaner Seiya Kishikawa, Nummer 28 der aktuellen Weltrangliste, in fünf Sätzen (6:11, 11:6, 8:11, 11:8, 5:11). Gegen den untersetzten Japaner hatte der baumlange Siegerländer eine reale Siegchance, verlor aber ausgerechnet im Entscheidungssatz nach eigener 2:0-Führung einige Minuten lang völlig den Faden und verschlug mehrere aussichtsreiche Vorhandbälle. Dies war nicht mehr wettzumachen. Mengel trug es mit Fassung: „Ich habe nicht schlecht gespielt und war nicht chancenlos. Aber wir müssen es mal realistisch sehen, der heutige Gegner ist eine absolute Topmannschaft. So weit sind wir noch längst nicht. Wir müssen gegen Andere punkten.“

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Auch Neuzugang Yang Zi, dessen Spiel etwas zerfahren wirkte, konnte nichts für die Hessen ausrichten. Gegen den Portugiesen Tiago Apolonia blieb die Nummer zwei Singapurs beim 8:11, 5:11, 9:11 letztlich chancenlos. Mit seinem riskanten Spiel kam der Neuzugang aus Jülich viel zu selten durch. Allerdings ist der hagere Portugiese, immerhin aktuelle Nummer 30 der Welt, eine Art Angstgegner des Hanauer Asiaten, gegen den er schon öfters Prügel bezog. Apolonia nach dem Match: „Das Spiel von Yang Zi liegt mir ganz gut, entscheidend war, dass ich seine Aufschläge gut retournieren konnte.“

Unter den Augen Jörg Roßkopfs machte der portugiesische Linkshänder Marcos Freitas nach dem Pausentee den sprichwörtlichen Sack gegen einen keineswegs enttäuschenden Patrick Franziska in fünf Sätzen zu (11:8, 8:11, 7:11, 11:8, 11:6). Der Jugendeuropameister bot phasenweise tolles Tischtennis, kam aber – wie Kollege Mengel – ausgerechnet im Entscheidungssatz nicht mehr richtig in die Gänge. Franziska: „Da war deutlich mehr drin für mich. Es lag nicht daran, dass ich nervös gewesen wäre, ich wurde einfach plötzlich viel zu passiv, so dass Freitas dann wieder das Spiel diktieren konnte.“

Nach insgesamt zwei Stunden und 24 Minuten hatte sich der Favorit durchgesetzt. Helmut Hampl wollte das Spiel nicht bloß am nackten Resultat messen: „Natürlich war das ein ganz starker Gegner, der um die Meisterschaft mitspielt, während wir wieder um den Klassenerhalt kämpfen werden. Aber zwei der drei Einzel waren ziemlich eng. Gerade die beiden jungen Spieler Steffen und Patrick haben gut gespielt und ihren Einsatz gerechtfertigt. Dass besonders junge Spieler dann, wenn es eng wird, zu viel nachdenken und nervös werden, ist normal. Da müssen sie durch, solche Spiele bringen sie weiter. Wir konzentrieren uns jetzt ganz auf Plüderhausen und wollen dort gewinnen.“

Gäste-Präsident Rainer Ihle zeigte sich hoch zufrieden und zollte den Hanauern ein artiges Lob: „Es war – trotz des klaren Ergebnisses – das erwartet schwere Spiel, wobei wir als verdienter Sieger nach Hause fahren. Kompliment aber an die Hanauer, da wächst etwas heran. Sie werden ihre Punkte schon noch holen.“

Der Ex-Hanauer Ruwen Filus, der an alter Wirkungsstätte die Zuschauerrolle einnehmen musste, fand sich mit seinem Los ab: „Natürlich spielt man immer gerne selbst in der Bundesliga, aber es war schon okay heute für mich, nicht selbst zum Einsatz gekommen zu sein. Nach der tollen Zeit, die ich unter Helmut Hampl hatte, war es vielleicht ganz sinnvoll, dass ich heute nicht aufgestellt wurde. Nicht, dass ich nicht mein Bestes für meine neue Mannschaft gegeben hätte, aber meine drei Teamkollegen haben Ochsenhausen ja sehr gut vertreten.“

Johannes Herrmanns Fazit fiel ambivalent aus: „Passend zum Wetter war heute einiges nicht so optimal, ein bisschen Tristesse eben. Wir hatten schon mit etwas mehr Zuschauern gerechnet. Wir hatten unsere Chancen, konnten diese aber leider nicht nutzen. Schade, somit haben wir gegen diesen Gegner dasselbe Ergebnis wie letzte Saison. Dass Yang Zi gegen Apolonia schlecht ausgesehen hat, sehe ich als nicht so tragisch an. Das passt einfach nicht, gegen ihn hat er schon die letzten vier Male klar verloren, eine Art Angstgegner. Ochsenhausen war sehr stark. Wir konzentrieren uns nun auf andere Mannschaften, die für uns in Reichweite sind, wie zu Beispiel unseren nächsten Gegner Plüderhausen.“

Bis kommenden Freitag sollten die Hanauer Bundesligacracks ihre Wunden vom Saisonauftakt geleckt haben und im wichtigen Spiel in Plüderhausen (19:30 Uhr, Hohberg-Sporthalle) möglichst wieder Bestleistungen abrufen.

(Dr. Stephan Roscher)
 

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